Der 4:2-Heimsieg gegen Köln reicht nicht: Halle ist am Ende einen Machpunkt besser

Es hat einfach nicht sollen sein: Trotz des 4:2-Heimsiegs gegen den Kölner THC Stadion Rot-Weiß hat der TK Kurhaus Aachen seine sechste Meisterschaft in der Tennis-Bundesliga hauchdünn verpasst – weil Blau-Weiß Halle sein Spiel in Neuss mit 5:1 gewann und somit in der Endabrechnung einen mickrigen Matchpunkt besser ist als das Kurhaus Lambertz Team. „Wenn man so nah dran ist, dann ist die Enttäuschung natürlich sehr groß“, sagte Teamchef Alexander Legsding. Die Siege von Florian Mayer, Carlos Berlocq und Peter Gojowczyk im Einzel sowie von Berlocq und Matthias Bachinger im Doppel am letzten Spieltag gegen Köln reichten am Ende nicht für den Titelgewinn – weil Halle eben diesen einen Matchpunkt mehr auf dem Konto hatte. „Es ist müßig darüber zu diskutieren, wo wir den entscheidenden Matchpunkt haben liegenlassen“, sagte der Teamchef.

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Das Finale um die Deutsche Meisterschaft war an Spannung kaum zu überbieten gewesen, das hatte die Tabellenkonstellation vor dem letzten Spieltag so mit sich gebracht. Es war klar gewesen, dass es auf jeden Matchpunkt ankommen würde. Die Aachener und der Vorjahresmeister aus Halle waren punkt- und matchpunktgleich ins Rennen gegangen, das Kurhaus Lambertz Teams lag nur wegen der mehr gewonnen Sätze zu Beginn des Spieltags auf Platz 1.

 

Und die beiden Kontrahenten schenkten sich im Fernduell am letzten Spieltag nichts!
Trotz des regnerischen Wetters waren rund 1.200 auf die Anlage an der Monheimsallee gekommen – und die allermeisten von ihnen feuerten die rot-weißen Aachener gegen den starken Aufsteiger aus Köln an. So auch beim ersten Einzel des Tages, in dem Carlos Berlocq, Aachens Nummer 2 am Sonntag, auf Pavol Cervenak traf. Im ersten Satz schenkten sich die beiden Spieler auf dem Center Court nichts, sie lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe. Gegen Ende des Durchgangs ließ Aachens Argentinier aber das Pendel zu seinen Gunsten ausschlagen – 7:5. Der Erfolg gab Berlocq Sicherheit für Satz 2, er übernahm das Heft des Handelns – und besiegte den Slowaken 6:3. Den ersten Matchpunkt hatte der TKK damit eingefahren.

 

Und auch in der zweiten Partie des Tages lief es rund für die Aachener: An Nummer 4 spielte Kurhaus-Neuzugang Peter Gojowczyk gegen Jan Choinski – und hatte beinahe keine Probleme mit dem jungen Deutschen. Der Aachener dominierte das Spiel, er ließ die 19-jährige Tennishoffnung sich nicht entfalten. Der Lohn für Gojowczyk: Ein klarer 6:2, 6:2-Erfolg – und der zweite Matchpunkt für sein Kurhaus Lambertz Team. Ein Blick auch den Liveticker verriet den Verantwortlichen allerdings, dass auch der Kontrahent aus Halle beim Tabellenorletzten Neuss seine ersten beiden Einzel gewonnen hatte. Alles war weiter offen.

 

In der zweiten Runde der Einzel folgte dann allerdings die erste Schrecksekunde für die Aachener: An Nummer 3 traf Matthias Bachinger auf Kölns Oscar Otte, der im Moment zumindest ein kleiner Shootingstar der Branche ist. Zuletzt hatte der 22-Jährige ein Future-Turnier in Belgien gewonnen. Und auch im Kurpark zeigte Otte, dass er richtig gutes Tennis spielen kann: Bachinger kämpfte zwar aufopferungsvoll, am Ende aber siegte der Kölner mit 6:3 und 6:4. Damit hatte der TKK den ersten Matchpunkt eingebüßt – ein Blick nach Neuss ließ die Aachener aber aufatmen. Zwar hatte Halles Nummer 3, Jan-Lennard Struff, sein Einzel souverän gewonnen,  dafür aber hatte Daniel Gimeno-Traver, der Spitzenspieler der Westfalen, in seiner Partie den Kürzeren gezogen. Und weil die Nummer 1 des TKK, Florian Mayer, in seinem Duell mit dem zurzeit stark aufspielenden Nadal-Bezwinger Dustin Brown nichts anbrennen ließ, lagen beide Meisterschaftskandidaten nach den Einzeln mit 3:1 in Führung. Mayer hatte dem Kölner bei seinem 6:4, 6:2-Erfolg nur wenig Chancen gelassen. „Das hat Flo sehr gut gelöst“, sagte Legsding.

 

Die Doppel mussten also über den Titelgewinn in der Bundesliga entscheiden. Und um es vorweg zu nehmen: Aachens Kontrahent Halle gewann in Neuss, wo alle Matches wegen Regens in der Halle gespielt werden mussten, seine beiden Partien im Doppel und machte damit den 5:1-Sieg perfekt. Nun musste auch der TKK noch zwei weitere Matchpunkt einfahren, um den sechsten Titel nach Aachen zu holen. Und den ersten dieser Punkte hatte das Kurhaus Lambertz Team dann auch ziemlich schnell in der Tasche: Carlos Berlocq und Matthias Bachinger machten mit dem Kölner Doppel Pavol Cervenak und Jan Choinski recht kurzen Prozess, sie siegten 6:0, 6:2.

 

Es kam jetzt auf Florian Mayer und Philipp Petzschner an, die sich mit dem starken Duo Dustin Brown und Oscar Otte messen mussten. Und am Ende einer sehr umkämpften Partie machten schließlich zwei Breaks mehr, die die Kölner für sich verbuchen konnten, den Unterschied: Brown/Otte gewannen 6:4, 6:4. „Wir wussten, dass das Doppel sehr, sehr stark zusammen ist“, sagte Legsding. „Und die haben ein geiles Spiel gemacht.“ Die Kölner verkürzten damit auf das Endergebnis von 4:2 – und verhinderten damit Aachens Titelgewinn hauchdünn.