Glückloses Kurhaus Lambertz Team verliert bei BW Halle 1:5 – nur Carlos Berlocq gewinnt

Die Entscheidung im Kampf um die Deutsche Meisterschaft ist vertagt: Der TK Kurhaus Aachen hat am Sonntag im Auswärtsspiel beim TC Blau-Weiß Halle eine im wahrsten Sinne des Wortes unglückliche 1:5-Niederlage hinnehmen müssen. „Es war ein schwieriger Spieltag für uns“, sagte Teamchef Alexander Legsding. In jedem einzelnen der fünf verloren gegangenen Partien hatten sich die Rot-Weißen erst im Champions Tie-Break geschlagen geben müssen. „Das war natürlich hart“, sagte Legsding. „Alle unsere Spieler haben gekämpft, aber die Haller sind am Sonntag einfach über sich hinausgewachsen.“ Das Kurhaus Lambertz Team steht nun punkt- und matchpunktgleich mit den Westfalen an der Tabellenspitze der Tennis-Bundesliga. Erst am allerletzten Spieltag wird sich also entscheiden, wer den Titel in dieser Saison gewinnt. Der TKK spielt zuhause gegen Köln, die Haller in Neuss.

Rund 70 Zuschauer waren aus der Kaiserstadt mit nach Westfalen gefahren – und sorgten auf der Anlage der Blau-Weißen für prächtige Stimmung. Und auch das Match begann für die Aachener im Grunde ganz gut: An Nummer 4 spielte Aachens Carlos Berlocq gegen Tim Pütz – und hatte den Haller eigentlich von Beginn an gut im Griff. Dem Kurhaus-Akteur gelangen gleich zwei Breaks im ersten Satz, er führte zwischenzeitlich mit 5:1. Und auch in der Endphase des Durchgangs ließ der Argentinier nichts anbrennen, gewann mit 6:2. In Satz 2 war es Berlocq der ein frühes Break hinnehmen musste, der erfahrene Aachener ließ sich aber auch vom zwischenzeitlichen 0:3-Rückstand nicht beirren: Der Lambertz-Spieler kam zurück, glich zum 3:3 aus – und gewann den engen Durchgang am Ende mit 7:5. Es war der erste Punkt für den TKK in Halle. Und weil den Aachenern an diesem Tag das Glück nicht hold war, sollte es auch der letzte bleiben.

Aljaz Bedene schlug am vorletzten Spieltag der Saison an Nummer 2 für das Kurhaus Lambertz Team auf. Der gebürtige Slowene, der inzwischen einen britischen Pass besitzt, traf auf den Routinier Jarkko Nieminen. Gegen den Finnen hatte Bedene schon im Vorjahr gespielt, damals hatte er am Ende einer tragischen Partie im Champions Tie-Break mit 18:20 den Kürzeren gezogen. Und auch am Sonntag lieferten die beiden sich eine packende Partie. Den ersten Satz hatte Nieminen souverän mit 6:1 zu sich gewonnen, in Durchgang 2 trumpfte dann Bedene auf und gewann klar mit 6:3. Wieder musste im Duell der beiden Kontrahenten der Champions Tie-Break über Sieg und Niederlage entscheiden. Nieminen erwischte einen Sahnestart in den Entscheidungssatz, er zog auf 5:1 davon. Bedene wehrte sich nach Kräften, er kam auf 5:6 heran. Beim anschließenden Ball attackierte der Aachener  und schaffte den Ausgleich – eigentlich. Der Schiedsrichter gab den Ball aus, obwohl das nicht war, was auch Nieminen bestätigte. Der Punkte wurde wiederholt, der Finne schlug gut auf – und zog auf 7:5 davon. Am Ende musste sicher Bedene mit 7:10 knapp geschlagen geben. Halle konnte den ersten Punkt auf der Habenseite verbuchen.

Ganz ähnlich verliefen auch die anderen beiden Einzel: Aachens Nummer 3, Steve Darcis, gewann gegen Jan-Lennard Struff zwar den umkämpften ersten Satz im Tiebreak mit 7:6, in Durchgang 2 musste sich der Belgier dann dem starken Haller mit 3:6 geschlagen geben. Und auch Darcis zog im anschließenden Champions Tie-Break den Kürzeren. Der ausgeglichene Entscheidungssatz ging am Ende knapp mit 10:8 an Struff und Halle.

Florian Mayer, Aachens Nummer 1 an diesem Sonntag, verlor Satz 1 gegen den Niederländer Robin Haase 2:6, im zweiten Durchgang aber bot der Deutsche sein ganzes Können gegen den Weltranglisten-78. auf. Nachdem er sein erstes Aufschlagspiel sicher durchgebracht hatte, gelang ihm ein erstes Break zum 2:0. Und Mayer, der in diesem Satz kein Break zuließ, holte sich auch die beiden übrigen Services des Niederländers – 6:0. Beim Alles-oder-Nichts-Spiel im Champions Tie-Break verlief bis zum Sand von 5:4 für Haase alles ausgeglichen, dann aber konnte der Haller fünf Punkte in Folge für sich verbuchen. Das 10:4 bedeutete die 3:1-Führung für die blau-weißen Hausherren nach den vier Einzeln.

Und auch in den abschließenden zwei Doppelspielen war das Glück nicht unbedingt auf Seiten Kurhaus Lambertz Teams: Das erste Aachener Duo, Steve Darcis und Philipp Petzschner, verlor den ersten Durchgang im Tiebreak gegen Haase/Struff – um dann Satz 2 nach aufopferungsvollem Kampf mit einem Break Vorsprung und 6:4 für sich entscheiden zu können. Im Champions Tie-Break hatten dann aber wieder die Westfalen die Nase vorn, sie gewannen 10:2.

Im zweiten Doppel unterlagen Carlos Berlocq und Dominik Meffert dem bärenstarken Duo Nieminen/Pütz in einem verkorksten ersten Durchgang 0:6. Dass die beiden Aachener es viel besser können zeigte der zweite Satz: Der klare 6:2-Erfolg brachte den fünften Champions Tie-Break des Tages. Und nach dem 10:5 für Pütz/Nieminen stand dann fest, dass auch dieser Entscheidungssatz zu Gunsten der Haller ausfiel…

„Es ist aber noch nichts verloren“, sagte Legsding. Das Kurhaus Lambertz Team richtet seinen Blick schon gänzlich auf die abschließende Aufgabe am letzten Spieltag gegen Köln. Im Heimspiel am nächsten Sonntag muss möglichst ein 6:0-Sieg her, weil Halle in Neuss wohl keine Federn lassen wird. „Die Kölner werden sicher ein starkes Team mit Dustin Brown und Julian Reister aufstellen“, sagte der Teamchef. Und auch der TKK bastelt schon jetzt am Kader für das Saisonfinale…