Zweiter Saisonsieg bei den Blau-Weißen mit 4:2

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Der TK Kurhaus Aachen hat am Freitag sein Gastspiel beim HTC Blau-Weiß Krefeld mit 4:2 gewonnen. Die Hausherren, die mit einer bärenstarken Aufstellung angetreten waren, lieferten dem Kurhaus Lambertz Team  einen großen Kampf, am Ende aber hatte das Team von Trainer Carsten Arriens und Teamchef Alexander Legsding die besseren Nerven. Den entscheidenden Punkt holte das Doppel Philipp Kohlschreiber und Pablo Cuevas im Champions Tie-Break gegen die Krefelder Horacio Zeballos und Joao Souza. Cuevas und Kohlschreiber hatten zuvor auch schon ihre Einzel gewonnen, den vierten Zähler steuerte Steve Darcis ebenfalls im Einzel bei. „Das war eine extrem spannende Partie“, sagte Legsding. „Teilweise wurde auf den Courts gekämpft, als ginge es um die Meisterschaft.“

Die Aachener waren mit denselben Einzelspielern nach Krefeld gereist, die schon beim 4:2-Sieg am ersten Spieltag in Mannheim dabei waren. Und so trat Philipp Kohlschreiber auch bei den Blau-Weißen als Nummer 2 des Kurhaus Lambertz Teams an. Der deutsche Topspieler hatte es mit Krefelds Italiener Paolo Lorenzi (ATP 89) zu tun. Und „Kohli“ machte dort weiter, wo er am vergangenen Sonntag bei seinem Duell mit Tobias Kamke in Mannheim aufgehört hatte: Der Kurhaus-Akteur fand sofort ins Spiel, setzte sich schnell ab – und schlug beim Stand von 5:2 zum Satzgewinn auf. Kohlschreiber musste seinen Service zwar abgeben, machte dafür mit einem Break im folgenden Spiel den 6:3-Satzgewinn perfekt. Im zweiten Durchgang trat der Aachener noch dominanter auf: Lorenzi konnte seinen ersten Service noch durchbringen und zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgleichen, danach aber ließ „Kohli“ seinem Kontrahenten keine Chance mehr: Er punktete mit seiner Beweglichkeit und seiner Kreativität, gewann fünf Spiele in Serie, holte sich den Durchgang souverän mit 6:1 – und bescherte den Aachenern den ersten wichtigen Punkt bei den Blau-Weißen. „Philipp hat unglaublich dominant gespielt“, sagte Teamchef Legsding. „Lorenzi hat sich zwar gewehrt, letztlich war er aber ohne Chance.“

An Nummer 4 schlug für das Kurhaus Lambertz Team Rückkehrer Steve Darcis auf. Der Belgier traf auf den Argentinier Pablo Galdon – „ein sehr aggressiver Spieler, der früh auf die Bälle draufgeht“, sagte Legsding über den Krefelder. In einem sehr ausgeglichenen Duell bewies Darcis aber vor allem bei den wichtigen Punkten gute Nerven, er konnte den ersten Satz folgerichtig mit 6:4 für sich entscheiden. Der zweite Durchgang verlief ähnlich eng, zunächst schaffte Galdon ein frühes Break, der Kurhaus-Akteur schlug prompt zurück und glich zum 2:2 aus. Dann kippte das Spiel allerdings zugunsten des Argentiniers: Zunächst hatte zwar Darcis weitere Breakchancen, dann aber konnte er nicht verhindern, dass es der Krefelder war, der sich mit einem Break in Front schieben konnte. Und diesen Vorteil gab Galdon bis zum Satzende nicht mehr ab: 5:7 aus Sicht des Aacheners. Der Champions Tie-Break musste über Sieg und Niederlage entscheiden – und in diesem „Alles-oder-nichts-Spiel“ war Darcis dann voll da: Er ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er den Court als Gewinner verlassen wollte, er ließ Galdon laufen, gönnte seinem Gegner nur vier Punkte und siegte verdient mit 10:4. „Das hat Steve extrem gut gespielt“, lobte der Teamchef. Die gute Leistung des Belgiers brachte dem TK Kurhaus die 2:0-Führung.

Florian Mayer, der nach langer Verletzungspause am Sonntag erstmals wieder für Aachen in der Bundesliga gespielt hatte, war erneut die Nummer 3 des Kurhaus Lambertz Teams. Und der Deutsche erlebte ein zweites kleines Déjà-vu: Wie schon in Mannheim hieß sein Gegner Melzer und kam aus Österreich. Am ersten Spieltag hatte er Gerald Melzer in zwei Sätzen geschlagen, jetzt trat er auf dem Center Court gegen dessen älteren Bruder Jürgen (ATP 131) an. Das Duell der beiden verlief im ersten Teil von Satz 1 auf Augenhöhe, dann aber erwischte der Krefelder eine starke Phase, schlug sehr stark auf, verteilte die Bälle gut und holte sich den Durchgang mit 6:3.  Ähnlich eng verlief der zweite Satz, diesmal aber war es Mayer, der dank sicherer Aufschlagspiele und eines Breaks mit 5:2 in Führung gehen konnte. Es gelang dem Kurhaus-Akteur in der Folge aber nicht, den entscheidenden Punkt zu landen. Der starke Melzer nutzte das, gewann fünf Spiele in Folge – und machte mit dem 7:5-Satzgewinn den ersten Punkt für seine Krefelder perfekt. „Melzer hat unglaublich gut gespielt“, urteilte Legsding. „Flo hat aber ebenfalls gut dagegengehalten. Es war nicht ganz gerecht, dass dieses Match in zwei Sätzen entschieden wurde – gerade weil Flo im zweiten Durchgang so nah dran war.“

An Nummer 1 spielte am Freitag erneut Aachens Uruguayer Pablo Cuevas, der auf Joao Souza (ATP 81) aus Brasilien traf. Die beiden Südamerikaner lieferten sich vom ersten Ballwechsel an ein hochklassiges Duell auf Augenhöhe – das im ersten Satz das bessere Ende für den Krefelder bereithielt: Souza gewann den Satz dank eines frühen Breaks mit 6:4. Der Brasilianer hatte vor allem mit seinem starken Aufschlag und seiner gewaltigen Vorhand aufgetrumpft. Der wendige Cuevas zeigte sich davon allerdings wenig beeindruckt, seine einhändige Rückhand, die der Uruguayer cross und auch longline spielen kann, kam im zweiten Satz besser zur Geltung. So setzte sich der Kurhaus-Akteur mit einem Break zum 4:2 vorentscheidend ab und holte sich den Durchgang am Ende mit 6:3. Der zweite Champions Tie-Break des Tages musste her, um den Sieger zu ermitteln. Und dieser Entscheidungssatz hätte nicht packender laufen können: Es ging hin und her, weder Cuevas noch Souza konnten sich wirklich absetzen, so dass der Champions Tie-Break sogar in die Verlängerung ging – „völliger Wahnsinn“, sagte Legsding später über die Partie. Ein Wahnsinn, der gut für Cuevas enden sollte: Der Aachener wehrte zwei Matchbälle ab, gewann schließlich 15:13 und brachte das Kurhaus Lambertz Team  mit 3:1 in Führung.

Die Aachener gingen also mit einem kleinen Polster in die abschließenden beiden Doppel. Der Vorsprung sollte allerdings gleich nach dem ersten Doppel schwinden: Steve Darcis und Dominik Meffert gewannen zwar den ersten Satz mit 6:4 gegen Jürgen Melzer und Paolo Lorenzi, danach aber drehte das Krefelder Doppel auf. Die Blau-Weißen fanden mit einem frühen Break in Satz 2 zurück ins Spiel, gewannen den Durchgang am Ende mit 6:3. Und auch im folgenden Champions Tie-Break hatten die Hausherren das glücklichere Ende für sich: Meffert und Darcis waren zwar in Führung gegangen, am Ende stand aber ein 10:7 für die Krefelder auf der Anzeigetafel. Die Blau-Weißen verkürzten damit auf 2:3 aus ihrer Sicht.

Und just zu diesem Zeitpunkt hatte das zweite eingespielte Krefelder Doppel, Horacio Zeballos und Joao Souza, den ersten Satz mit 7:5 gegen Aachens Philipp Kohlschreiber und Pablo Cuevas gewonnen. Krefeld schnupperte am Remis, danach aber drehte das Kurhaus-Duo auf: Im zweiten Satz spielten Kohlschreiber und Cuevas sehr aggressiv, bauten großen Druck auf. Belohnt wurde das mit einem 6:4 in Durchgang 2. Ob es nun ein Unentschieden für das Kurhaus Lambertz Team in Krefeld geben würde oder doch den zweiten Saisonsieg – darüber musste im vierten Champions Tie-Break des Tages entschieden werden. Wie sehr die Aachener den Sieg wollten, zeigt das Ergebnis des Entscheidungssatzes: Mit 10:3 fegten Kohlschreiber und Cuevas ihre Konkurrenten vom Platz und sackten den entscheidenden vierten Punkt für den TK Kurhaus ein.

Schon am Sonntag geht für die Aachener weiter: Für das Kurhaus Lambertz Team steht ab 11 Uhr auf der Anlage im Aachener Kurpark das erste Heimspiel der Saison ab. Gegner ist der Gladbacher HTC.