Der TK Kurhaus Aachen schlägt Gladbach klar mit 6:0

Besser hätte das erste Heimspiel des TK Kurhaus Aachen in dieser Saison nicht laufen können: Das Kurhaus Lambertz Team besiegte den Gladbacher HTC vor einer großen Kulisse deutlich mit 6:0 und verteidigte mit dem dritten Erfolg im dritten Spiel die Tabellenspitze in der Tennis-Bundesliga. „Das ist sehr gut für uns gelaufen“, sagte der zufriedene Trainer Carsten Arriens. Die Kurhaus-Spieler Pablo Cuevas, Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer und Daniel Brands siegten auf der Anlage an der Monheimsallee in ihren Einzeln genauso wie Kohlschreiber an der Seite von Philipp Petzschner und Mayer gemeinsam mit Dominik Meffert im Doppel.

Das erste Heimspiel der Saison eröffnete am Sonntag Philipp Kohlschreiber, der auf dem Center Court auf Marcin Gawron traf. „Kohli“ hatte schon bei seinen Einzel-Siegen an den ersten beiden Spieltagen sowie beim entscheidenden Erfolg im Doppel mit Pablo Cuevas in Krefeld eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er momentan sehr gut in Form ist. Und das zeigte die Nummer 2 des Kurhaus Lambertz Teams auch gegen den Polen Gawron: Der deutsche Top-Spieler präsentierte sich enorm beweglich und kreativ. Alleine im ersten Satz nahm Kohlschreiber seinem Gladbacher Kontrahenten drei Mal den Aufschlag ab. Und weil der Aachener seinen Service nur ein einziges Mal abgeben musste, holte er sich den ersten Durchgang souverän mit 6:2. Der zweite Satz verlief bis zum 2:2 recht ausgeglichen, weil sich Gawron nach Kräften wehrte. Danach aber zeigte „Kohli“ wieder seine ganze Klasse: Er verteilte die Bälle gut, streute starke Stopp-Bälle ein und setzte sich schließlich auf 4:2 und 5:3 ab. Bei Aufschlag seines Gladbacher Gegners machte der Kurhaus-Akteur schließlich den Sack zu, gewann den zweiten Satz mit 6:3 – und fuhr den ersten Punkt des Tages für das Kurhaus Lambertz Team ein. „Ich bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden“, resümierte Kohlschreiber nach seinem Erfolg – und schickte ein Lob ans Aachener Publikum hinterher: „Natürlich ist es schön hier vor so vielen Zuschauern auf dem Center Court zu gewinnen.“

Zeitgleich mit Kohlschreiber schlug Aachens Nummer 4 auf: Daniel Brands duellierte sich auf Platz 5 mit Tim Sandkaulen. Der Deutsche stand zum ersten Mal in dieser Spielzeit im Kader des Kurhaus Lambertz Teams – und der 1,96 Meter große Hüne aus dem bayrischen Deggendorf machte seine Sache gegen den jungen Gladbacher richtig gut: Im ersten Satz sicherte sich Brands ein frühes Break und verteidigte diesen Vorteil gegen den 17-jährigen Sandkaulen, der nach Alexander Zverev als eines der größten Talente im deutschen Männer-Tennis gilt, bis zum Ende des Durchgangs. Am Ende leuchtete ein 6:4 für den Aachener auf der Anzeigetafel auf. Und auch in Satz 2 zeigte Brands, den im Vorjahr die Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber zurückgeworfen hatte, dass wieder voll mit ihm zu rechnen ist: Er dominierte das Spiel gegen seinen aufopferungsvoll kämpfenden Landsmann, siegte letztlich ungefährdet mit 6:3. „Er hat schon in den vergangenen Wochen gezeigt, dass er immer besser in Form kommt“, lobte Trainer Arriens. „Das Spiel heute war ein weiterer Beweis dafür.“ Als Lohn für die gute Leistung gab es den zweiten Punkt für die Aachener.

Immer besser in Form – das kommt nach seiner langwierigen Verletzung auch Florian Mayer. Die Aachener Nummer 3 spielte – nachdem er es an den ersten beiden Spieltagen jeweils mit einem Österreicher zu tun gehabt hatte – nun gegen den Niederländer Jasper Smit. Gegen den erfahrenen Gladbacher fand der Deutsche extrem schnell ins Spiel, nahm Smit zudem früh zum ersten Mal den Service ab. Mayer setzte sich in der Folge auf 4:2 ab, holte sich ein zweites Break und machte bei eigenem Aufschlag den 6:2-Satzgewinn perfekt. Noch besser lief es für Mayer zu Beginn des zweiten Satzes: Er spielte sehr variabel, ließ Smit laufen – und setzte sich mit zwei Breaks schnell auf 4:0 und 5:2 ab – obwohl Smit immer wieder versuchte, Druck mit der Vorhand zu machen. Bei eigenem Service machte Mayer dann unter anderem mit zwei Assen seinen Sieg und damit den dritten Punkt für das Kurhaus Lambertz Team perfekt. Ein klarer Erfolg, „ aber es war trotzdem ein hartes Match“, sagte Mayer, der sich sichtlich über seinen Sieg vor eigenem Publikum freute.

Noch härter für seinem Punkt arbeiten musste am Sonntag Aachens Nummer 1: Pablo Cuevas spielte gegen Kamil Majchrzak, einen erst 19-jährigen Polen, der an der Monheimsallee eine großartige Leistung ablieferte. Gleich im ersten Spiel der Partie konnte der Gladbacher Cuevas den Aufschlag abnehmen, ein bisschen später ging er mit einem weiteren Break sogar mit 5:2 in Führung. Mit seiner wuchtigen Aufschlägen und seiner starken beidhändigen Rückhand verlangte er Aachens Uruguayer alles ab. Cuevas kam noch einmal auf 4:5 heran, musste sich im ersten Durchgang dann aber mit 4:6 geschlagen geben. Auch im zweiten Satz spielte der junge Pole, der 2013 Gold bei den Olympischen Spielen der Junioren gewonnen hatte, grandios auf: Wieder ging er mit einem frühen Break in Führung. Dieses Mal fand Cuevas aber schnell zurück ins Spiel und glich zum 2:2 aus. Im weiteren Verlauf des Durchgangs sahen die zahlreichen Zuschauer auf dem Center Court ein hochklassiges Duell mit tollen Ballwechseln und vielen Breaks: Zunächst sicherte sich Majchrzak wieder einen Vorteil, als ihm das Break zum 4:3 gelang. Cuevas konterte, nahm dem Gladbacher den Aufschlag direkt im nächsten Spiel ab. Doch der junge Majchrzak blieb unbeeindruckt: Er nahm Cuevas erneut den Service ab – und schlug beim Stand von 5:4 zum Matchgewinn auf. Unter diesem großen Druck zeigte Aachens Nummer 1, was für ein herausragender Tennisspieler er ist: Er glich bei Aufschlag seines Gegners zum 5:5, brachte sein eigenes Aufschlagspiel durch – und gewann den Satz nach einem weiteren Break mit 7:5.

Der Sieger dieses Duells musste im ersten Champions Tie-Break des Tages gefunden werden. Der Entscheidungssatz verlief bis zum 3:4 für Majchrzak sehr ausgeglichen, dann aber zog Cuevas seinem Gegner den Zahn: Der Uruguayer spielte sich förmlich in einen Rausch, machte sechs Punkte in Folge und erarbeitete sich so fünf Matchbälle. Seine zweite Chance nutzte der Kurhaus-Akteur zum 10:5 – und machte damit seinen Sieg perfekt. Anerkennend klopfte Cuevas seinem Kontrahenten nach dem Spiel auf die Schulter, „er ist ein sehr guter Spieler“, lobte der Aachener. Und auch Kurhaus-Teamchef Alexander Legsding zeigte sich angetan von der Partie: „Ein großartiges Spiel“, sagte er. „Das war extrem hohes Niveau.“

Mit diesem vierten Einzel-Punkt stand der TK Kurhaus Aachen schon vorzeitig als Sieger der Begegnung fest. Weil aber im Kampf um die Deutsche Meisterschaft jeder einzelne Zähler wichtig sein kann, schaltete das Kurhaus Lambertz Team auch in den noch ausstehenden Doppeln keinen Gang herunter. Philipp Kohlschreiber trat an der Seite von Philipp Petzschner, der vor ein paar Tagen noch im Doppel-Halbfinale von Wimbledon gestanden hat, gegen die beiden Polen Marcin Gawron und Kamil Majchrzak an. Und das Lambertz-Duo ließ von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass es den Platz als Sieger verlassen wollte. Genau das taten Kohlschreiber und Petzschner nach den klaren 6:1- und 6:2-Satzgewinnen auch. „Die beiden haben sehr stark gespielt“, lobte Arriens. „Es freut mich vor allem, dass Philipp Petzschner da war und uns direkt geholfen hat.“ Das zweite Aachener Doppel, Florian Mayer und Dominik Meffert, brauchten zwar gegen Jasper Smit und Tim Sandkaulen ein bisschen länger als ihre Teamkameraden, am Ende aber holten sie den sechsten Punkt für das Kurhaus Lambertz Team. 6:3, 3:6 und 10:6 lauteten die Satzergebnisse.

Die Tabellenführung hat der TK Kurhaus Aachen mit dem glatten Sieg verteidigt, und auch mit Blick auf den Kampf um die Deutsche Meisterschaft könnte der klare Erfolg wichtig sein. „Wir haben unsere Hausaufgaben jedenfalls gemacht“, sagte Trainer Carsten Arriens sichtlich zufrieden. Das nächste Spiel steht für das Kurhaus Lambertz Team am kommenden Sonntag an: Dann gastieren die Aachener beim 1. FC Nürnberg.