Kurhaus Lambertz Team siegt in Mannheim mit 4:2

Der TK Kurhaus Aachen ist mit einem 4:2-Sieg über den Meisterschaftsmitfavoriten TK Grün-Weiß Mannheim in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Die Punkte für das Kurhaus Lambertz Team holten Pablo Cuevas, Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer in ihren Einzeln sowie das Doppel Cuevas und Matthias Bachinger. „Das war eine sehr enge und spannende Partie“, sagte Teamchef Alexander Legsding. „Wir sind sehr glücklich, dass wir sie gewinnen konnten.“

Bei großer Hitze in Mannheim hatte Florian Mayer am Sonntagvormittag die Saison für die Aachener geöffnet. Der nach einer langen Leidenszeit wieder fitte Deutsche traf auf Gerald Melzer (ATP 168) – und Mannheims Österreicher hatte sich für vor heimischem Publikum viel vorgenommen: Er nahm Mayer gleich im ersten Spiel den Aufschlag ab, der Aachener ließ sich davon aber nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil: Auch Mayer nahm Melzer gleich dessen erstes Aufschlagspiel ab, brachte danach seinen Service durch und holte sich dann auch noch das Break zum 3:1. Eine Vorentscheidung war das nicht. „Gerald Melzer hat sich richtig gut gewehrt“, so Legsding, vor allem mit seiner schnellen Rückhand verlangte er Mayer alles ab. Der Aachener aber behielt die Oberhand, punktete mit einer beidhändigen Rückhand, ließ bei eigenem Aufschlag nichts anbrennen und brachte den Satz schließlich mit 6:3 ins Ziel. Und so gut wie der erste Durchgang für den Kurhaus-Akteur endete, so gut begann auch Satz 2: Dem Deutschen gelang gleich im ersten Spiel ein Break, das Melzer über die komplette Distanz nicht mehr aufholen sollte. „Flo hat ein richtig gutes Spiel gezeigt – obwohl die Hitze allen Akteuren zu schaffen gemacht hat“, lobte Legsding. In der Schlussphase des Satzes nahm Mayer seinem Kontrahenten noch einmal den Aufschlag ab, gewann den Satz am Ende souverän mit 6:2, und damit war der erste Punkt der Saison für die Kaiserstädter perfekt.

Ganz ähnlich verlief das Spiel von Philipp Kohlschreiber, Kurhaus‘ Nummer 2 in Mannheim, der rund eine Stunde später als Mayer mit seinem Spiel begann. „Kohli“ bekam es mit Tobias Kamke (ATP 161) zu tun – der in der vergangenen Bundesliga-Saison kein einziges Spiel verloren hatte. Und Kamke zeigte dann auch, dass er gegen Kohlschreiber etwas holen wollte: Ihm gelang ein frühes Break zum 2:1, danach aber beeindruckte der Aachener mit bärenstarkem Tennis. Seinen Aufschlagverlust machte er schon im nächsten Spiel mit einem Re-Break mit, zog mit zwei sicheren Services und einem weiteren Break auf 5:2 davon; am Ende stand ein 6:3-Satzgewinn für Kohlschreiber auf der Anzeigetafel. „Da hat ‚Kohli‘ wirklich alles gezeigt“, sagte Legsding. „Kamke hat sich gut verkauft.“ Tolle Stoppbälle, Lobs und andere Leckerbissen – das Duell zwischen den beiden Deutschen war eines auf extrem hohem Niveau. Das galt auch für den zweiten Satz, und wieder sollte Kohlschreiber die Oberhand behalten: Ein Break im ersten Spiel brachte den Aachener schnell auf die Siegerstraße. Der deutsche Top-Spieler blieb konzentriert, wehrte Kamkes Angriffe ab und gewann den Satz letztlich mit 6:2. 2:0 für Aachen – für das Kurhaus-Team lief in Mannheim alles nach Plan.

Nicht ganz so glatt lief es für Rückkehrer Steve Darcis, der nach einer schweren Verletzung und einem Jahr in Bremerhaven wieder den Schläger für das Kurhaus Lambertz Team schwingt. In einem engen Duell mit Mannheims Björn Phau gelang Aachens Belgier zwar das erste Break der Partie zum 4:3, war den Vorteil nach dem direkten Re-Break seines Kontrahenten aber schon wieder los. Phau ging 5:4 in Führung, Darcis musste seinen Service noch einmal abgeben, so dass der Mannheimer den Durchgang für sich verbuchen konnte. „Steve hat sich im ersten Satz nicht so gut gefühlt“, sagte Legsding. Und Phau, der seit ein paar Monaten nicht mehr auf der Tour spielt, habe seine Sache „sehr gut gemacht“. Aachens Belgier ließ sich davon aber keineswegs entmutigen, auch in Satz 2 entwickelte sich ein umkämpftes Duell – dieses Mal mit dem besseren Ende für den Kurhaus-Spieler. Darcis machte die wichtigen Punkte, schaffte beim Stande von 3:3 ein Break, zog auf 5:3 davon und gewann den Durchgang schließlich mit 6:4. Der Champions Tie-Break musste entscheiden: Auch hier – wie sollte es bei diesem Aufeinandertreffen auch anders sein – entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, bis zum 5:5 verlief der Entscheidungssatz vollkommen ausgeglichen. Dann aber setzte sich Phau mit drei Punkten in Folge ab. Darcis glich noch einmal zum 8:8 aus, um dann doch mit 8:10 den Kürzeren zu ziehen. „Da hat auch ein bisschen das Quäntchen Glück gefehlt“, urteilte Legsding. Mit dem Phaus Erfolg verkürzte Mannheim auf 1:2 aus seiner Sicht.

Ein hochklassiges Duell lieferten sich zum Abschluss der Einzel Mannheims Dominic Thiem und Aachens Nummer 1, Pablo Cuevas. Die beiden bewiesen auf der Anlage der Grün-Weißen, dass sie nicht umsonst auf den Weltranglistenpositionen 23 (Cuevas) und 30 (Thiem) stehen. Nach ausgeglichenem Beginn gelang es Mannheims jungem Österreicher das erste Ausrufezeichen in Satz 1 zu setzen: Er holte sich das Break zum 4:2, brachte seinen Aufschlag im Anschluss durch und machte mit einem weiteren Break den 6:2-Satzgewinn perfekt. Cuevas war nun gefordert – und der Lambertz-Spieler lieferte. „Pablo ist ganz ruhig geblieben, der verlorene erste Satz hat ihm gar nichts ausgemacht“, sagte Legsding. Im zweiten Durchgang gelang dem Uruguayer das vorentscheidende Break zum 4:3, mit seinem wuchtigen Aufschlag und seiner starken einhändig geschlagenen Rückhand schaffte er den 6:4-Satzgewinn. Wie beim Duell zwischen Darcis und Phau musste auch hier der Champions Tie-Break die Entscheidung bringen. Und diesmal sollte im Entscheidungssatz das Pendel zugunsten des Kurhaus Lambertz Teams ausschlagen: Mit 10:7 gewann Cuevas gegen Thiem – weil Aachens Nummer 1 bei den wichtigen Punkten die Ruhe behielt und sein Spiel durchzog – 3:1 für Aachen.

Vor Beginn der Doppel war also klar, dass das Kurhaus Lambertz Team das Spiel bei den Grün-Weißen in Mannheim nicht mehr verlieren konnte. Die Aachener wollten nun aber auch den Sieg! Auf den Center Court standen den Kurhaus-Spielern Philipp Kohlschreiber und Dominik Meffert einem wirklich bärenstarken Duo gegenüber: dem Österreicher Martin Fischer und Marc Lopez aus Spanien. Kohlschreiber und Meffert wehrten sich zwar nach Kräften, die beiden Mannheimer waren an diesem Tag aber einfach zu gut: Sie holten sich den ersten Satz mit 6:4, den zweiten mit 6:2. „Im ersten Durchgang wäre vielleicht etwas drin gewesen“, urteilte Legsding später. „Aber man muss auch anerkennen, wie gut das Mannheimer Doppel gespielt hat.“

Das zweite Doppel musste also die Entscheidung bringen, ob das Kurhaus Lambertz Team mit einem Unentschieden oder einem Sieg die Heimfahrt nach Aachen antreten würde. Der schon im Einzel siegreiche Pablo Cuevas traf an der Seite des frischen Matthias Bachinger auf das Duo Thiem/Kamke – und zwischen den beiden Doppeln sollte sich eine spannende Partie entwickeln. Bis zum 5:5 verlief das Duell im ersten Satz komplett auf Augenhöhe, dann brachten Cuevas/Bachinger ihren Service sicher durch und sicherten sich im nächsten Spiel eiskalt das Break zum Satzgewinnen. Ganz ähnlich lief Durchgang 2, wieder breakten die Aachener zu einem guten Zeitpunkt: Sie gingen 5:3 in Führung, schlugen zum Satzgewinn auf. Doch das Lambertz-Doppel gab sein Aufschlagspiel zu null ab, und obwohl sie im folgenden Spiel bei Aufschlag der Kontrahenten einen Matchball hatten, konnten sie den Sack nicht zumachen – 5:5. Cuevas und Bachinger ließen sich trotzdem nicht aus der Ruhe bringen, sie brachten ihren Service durch – und beim Stand von 6:5 gelang ihnen das entscheidende Break zum Satzgewinn: 4:2 für Aachen, der erste Sieg der Saison war in trockenen Tüchern. „Mental war das ganz stark von den beiden“, lobte Legsding.

Der Sieg und vor allem die guten Leistungen der Lambertz-Akteure stimmten den Trainer Arriens, Teamchef Legsding und die anderen Verantwortlichen zuversichtlich für den ersten Doppelspieltag der Saison am kommenden Wochenende. Am Freitag reisen die Aachener zum Auswärtsspiel nach Krefeld, das sich am Sonntag 3:3 von Köln trennte, am Sonntag steht das erste Heimspiel an. Gegner wird dann Gladbach sein, das Neuss mit 5:1 besiegte und derzeit an der Tabellenspitze steht.