Dieser Beitrag wird während der Australian Open fortlaufen aktualisiert.

Donnerstag: Philipp Kohlschreiber erwischte gegen Roberto Bautista Agut einen rabenschwarzen Tag, machte immer wieder leichte Fehler und auch sein Aufschlag war nicht die gewohnte Waffe, so dass schließlich sieben verlorene Aufschlagspiele in drei Sätzen zu Buche standen. Selbst in aussichtsreichsten Positionen spielte Kohlschreiber die Bälle häufig nur harmlos auf Robertos Schläger anstatt zu punkten. Bautista auf der anderen Seite musste gar nicht die Sterne vom Himmel spielen und tat das –vermutlich bewusst– auch gar nicht, sondern konzentrierte sich darauf noch weniger Unforced Errors als sonst zu machen. Am Ende hielt die Statistik fest, dass Bautista keine zehn leichte Fehler unterlaufen waren während Kohlschreiber für fast jeden eigenen Punkt einen solchen produzierte. Der Doppelfehler, mit dem Kohlschreiber die Partie nach nicht einmal 90 Minuten beendete, markierte den adäquaten Schlusspunkt. 6-1, 6-0, 6-3

Bautistas nächster Gegner wird am Samstag Taylor Fritz sein. Der Amerikaner gewann seine ersten beiden Matches ebenfalls problemlos und ist primär für seine starken Aufschläge bekannt, wobei Roberto mit Aufschlagriesen häufig ganz gut zurecht kommt und im direkten Vergleich auch tatsächlich 5-1 vorn liegt.

Weniger gut lief es für Tomáš Macháč. Gegen Maxime Cressy hatte Tomáš zunächst Probleme mit dem Serve and Volley seines Gegners und fand auch in seinen eigenen Aufschlagspielen nicht richtig in die Partie. Im zweiten Satz gelang es Macháč dann besser, die Netzangriffe Cressys mit präzisen Passierschlägen zu beantworten und auch sein eigener Aufschlag war plötzlich eine Waffe. Aber so ging es nicht weiter, tatsächlich war der dritte Satz ein Abbild des ersten. So ging es in den vierten Satz, der der einzig wirklich knappe dieser Partie werden sollte. Zunächst war dieser von meist souverän gewonnenen Aufschlagspielen geprägt bis Cressy bei 5-5 das scheinbar entscheidende Break gelang. Tomáš gelang zwar das postwendende Break, verlor danach jedoch den Tiebreak. 1-6, 6-3, 1-6, 6-7(5)

Im Mixed durfte Tim Pütz sein erstes Grand Slam-Match an der Seite von Alexa Guarachi bestreiten. Die beiden gewannen in zwei knappen Sätzen und spielen in der zweiten Runde gegen Tims standardmäßigen Doppelpartner Michael Venus, der mit der ebenfalls aus Neuseeland kommenden Erin Routliffe spielt. 7-6(5), 7-5

Mittwoch: Tim Pütz und Michael Venus erledigten ihre erste Aufgabe in diesem Turnier gegen Frances Tiafoe und Nicholas Monroe ohne größere Probleme. Insbesondere im ersten Satz fanden die Amerikaner überhaupt nicht ins Match. 6-1, 7-6(3)

In der zweiten Runde geht es gegen Roberto Carballés Baena und Hugo Gaston. Beide konzentrieren sich normalerweise auf ihre Einzelkarrieren, haben aber dennoch auch solide Doppelrankings aufzuweisen; nach ihrem souveränen Erstrundensieg sicher kein Team, das man unterschätzen sollte.

Tim Pütz und Tomáš Macháč haben übrigens auch für das Mixed gemeldet. In unterschiedlichen Teams versteht sich. Tim tritt an der Seite der chilenischen Doppel-Spezialistin Alexa Guarachi an. In der ersten Runde geht es gegen Daria und Luke Saville. Die Namen sind dabei kein Zufall, die beiden Australier sind nicht nur auf dem Platz ein Team. Tomáš hat die Ehre mit der amtierenden Nummer 1 des Damen-Doppels zusammenzuspielen, Kateřina Siniaková. Die beiden erwartet mit Storm Sanders und Neal Skupski ein hochklassiges Doppel zum Auftakt.

Zum Abschluss noch einen Hintergrund zur Absage Hugo Delliens. Auf Instagram hat Hugo erklärt, warum er dieses Jahr nicht bei den Australian Open antreten wollte. Der Grund ist, dass die Saison 2021 sehr lang war –Hugo spielte bis Mitte Dezember– und mit der coronabedingt notwendigen sehr frühen Anreise zu den Australian Open kaum Zeit für Regeneration und Vorbereitung auf die Saison 2022 geblieben wäre. Sicherlich eine nachvollziehbar, zumal nächste Runde der Heim-Challenger in Santa Cruz ansteht und die Entscheidung bedeutet, dass Hugo auf dem geliebten Sand bleiben kann, wo ein paar gute Ergebnisse vermutlich reichen werden, um bei den French Open gar nicht erst in die Qualifikation zu müssen.

Runde 1

Dienstag: Roberto Bautista Agut und Tomáš Macháč brauchten am Dienstag morgen zwar jeweils vier Sätze für ihre Erstrundenmatches, erledigten diese Aufgaben am Ende jedoch beide souverän. Roberto spielte dabei gegen Stefano Travaglia sein gewohnt ruhiges, nahezu stoisches Tennis — in britischen Medien wird er durchaus mit Hochachtung schon mal als „The Metronome“ bezeichnet. Nach einem knappen ersten Satz sah es schon aus als würde Travaglia im zweiten von Bautista überfahren, aber der Italiener kam nach 0-4 noch einmal heran, konnte den Satz jedoch nicht mehr drehen. Der dritte Satz bot angesichts durchgängig klar gewonnener Aufschlagspiele wenig Aufregung. Einzig das letzte Aufschlagspiel des Satzes ließ Roberto sich nehmen und musste dementsprechend in den vierten Satz, den er in einer knappen halben Stunde für sich entschied und so den Auftaktsieg perfekt machte. Schlüssel zum Sieg in dieser Partie waren neben Robertos kaum zu übertreffender Konstanz sein 2. Aufschlag, mit dem Travaglia noch weniger anzufangen wusste als mit dem ersten. 7-6(2), 6-4, 5-7, 6-1

Im Duell der beiden hochtalentierten Jungspunde gab Macháč zunächst den Ton an, nahm Juan Manuel Cerrúndolo sofort den Aufschlag ab und brachte den Satz anschließend nach Hause. Zu Beginn des zweiten hatte Cerúndolo ebenfalls Probleme mit seinem Aufschlag, überstand diese kritische Phase allerdings und dominierte danach den Rest des Satzes fast nach Belieben. Der dritte Satz begann mit einem sehr langen, hochspannenden Spiel, in dem Tomáš genügend Chancen hatte sein Aufschlagspiel zu gewinnen, schließlich aber doch das Break zum Satzauftakt kassierte. Zur Mitte des Satzes war Tomáš dann wieder voll da, übernahm das Kommando und sicherte sich den Satz mit einem Break in einem Spiel über zwanzig gespielte Punkte. Der Anfang des vierten Satzes gestaltete sich noch einmal ausgeglichen, aber nach dem 2-2 spielte fast nur noch Macháč. In einem Match, das von vielen leichten Fehlern geprägt war, war vor allem Tomáš’s dominante Rückhand immer wieder der entscheidende Faktor. 6-3, 2-6, 6-4, 6-2

Für beide geht es am Donnerstag weiter. Roberto trifft dort auf seinen ehemaligen Kurhaus-Teamkollegen Philipp Kohlschreiber, der gegen Marco Cecchinato eine starke Leistung zeigte. Tomáš wird gegen Maxime Cressy antreten, der in guter Form zu sein scheint. Nicht nur besiegte der Serve and Volley-Spezialist einigermaßen überraschend John Isner, er kam auch beim Vorbereitungsturnier vor zwei Wochen, das ebenfalls im Melbourne Park statt fand, bis ins Finale, in dem er sich schließlich Rafael Nadal geschlagen geben musste. Tim Pütz erster Einsatz an der Seite von Michael Venus ist für die frühen Morgenstunden heute Nacht angesetzt.

Montag: Überraschungen blieben am ersten Spieltag der Australian Open leider aus. Obwohl es nur reichte, um die beiden mittleren Sätze offen zu gestalten, spielte Carlos Taberner gegen Dominik Köpfer dabei gar nicht schlecht. Den Unterschied machte in diesem Match Köpfers Agilität. Carlos spielte mit hohem Tempo, aber auch wenn es ihm gelang, Köpfer mit seinen Schlägen nach außen zu treiben, kam dieser doch immer wieder an scheinbar kaum erreichbare Bälle und hatte seine Balance schon wiedergefunden bevor Carlos am Ball war. So war es für Carlos unglaublich schwierig eigene Punkte machen, was sich schlussendlich auch an der Statistik ablesen ließ. Während beide Spieler fast gleich viele nicht erzwungene Fehler machten gelangen Taberner nicht einmal halb so viele Gewinnschläge wie Köpfer. 1-6, 6-3, 4-6, 1-6

Salvatore Carusos Match gegen Miomir Kecmanović fand auf einem Show Courts statt, der 1573 Arena. Dort sah es zunächst so aus als könnte Salvatore seinem Gegner ein Duell auf Augenhöhe liefern. Das erste Break des Matches gelang Kecmanović aber Salva gelang ein Re-Break bevor der Serbe sich den Satz dann doch mit einem Break zum 6-4 sicherte. Danach wurde die Partie einseitig zu Gunsten Kecmanovićs. 4-6, 2-6, 1-6

Doppel Auslosung

Sonntag: Für Tim Pütz und Michael Venus geht es in der Auftaktpartie gegen das amerikanische Doppel aus Frances Tiafoe und Nicholas Monroe. In der zweiten Runde wartet das Siegerduo der Partie Đere/Travaglia gegen Gaston/Carballés Baena. Alle Genannten gelten nicht unbedingt als ausgewiesene Doppel-Spezialisten aber zumindest Đere und Gaston sind Top 100 Doppel-Spieler. Sander Gillé und Joran Vliegen, die ersten möglichen gesetzten Gegner, hingegen darf man sicherlich als Spitzendoppel bezeichnen. Die beiden Belgier gewannen auf ATP-Tour-Niveau gemeinsam bereits fünf Titel und sind an Position 11 gesetzt. Sollten Tim und Michael bis ins Viertelfinale vorstoßen könnten sie dort auf das Nummer 1-Duo Nikola Mektić und Mate Pavić treffen.

Auslosung Teil 2

Sonntag: Salvatore Caruso ist kurzfristig doch noch in die Australian Open nachgerückt. Einen kurzen Artikel zu den Details findet Ihr hier.

Samstag: Die Qualifikanten wurden nun auch dem Hauptfeld zugeordnet. Tomáš Macháč wird es mit Juan Manuel Cerúndolo zu tun bekommen. Der 20-jährige Cerundolo, der in der Bundesliga letzte Saison für Sennelager spielte, gilt als großes Talent, hat seine Erfolge bisher allerdings ausschließlich auf Asche erzielt. Ein erneuter Einzug in die zweite Runde scheint für Macháč also durchaus im Bereich des Möglichen. Dort ginge es gegen einen Amerikaner, entweder den Serve and Volley-Spezialisten Maxime Cressy oder den Aufschlagriesen John Isner.

Pablo Cuevas wird leider nicht an den Australian Open teilnehmen. Er testete am Freitag positiv auf Covid. Wir wünschen alles Gute und eine schnelle Genesung! Sein Platz ging an Ernesto Escobedo als Lucky Loser. Der andere LL-Platz geht an João Sousa, so dass auch Salvatore Caruso sich wohl langsam von der Hoffnung auf eine Teilnahme in diesem Jahr verabschieden muss. Von den Spielern des Lambertz-Teams werden damit Roberto Bautista Agut, Carlos Taberner und Tomáš Macháč im Hauptfeld vertreten sein. Außerdem tritt Tim Pütz in der Doppelkonkurrenz an, aber die Auslosung steht noch aus.

Qualifikation Runde 3

Freitag: Tomáš Macháč hat sich für die Australian Open qualifiziert. Salvatore Caruso hingegen unterlag leider in der finalen Qualifikationsrunde.

Macháč zeigte gegen Jesper de Jong erneut eine bärenstarke Leistung. In der Qualifikation wackelte er überhaupt nur einmal kurzzeitig, nämlich im ersten Satz der ersten Runde gegen Camilo Ugo Carabelli. Danach gewann keiner seiner Gegner mehr einen Satz gegen ihn. Mit dem Traralgon-Sieg dazu im Rücken scheint Tomáš in Topform für seine zweite Australian Open-Teilnahme. Nun heißt es abwarten, wem die Qualifikanten zugelost werden. Im Topf sind sowohl Jannik Sinner als schwerstes Los als auch das Match mit einem anderen Qualifikanten. 6-2, 6-3

Für Salvatore war Taro Daniel zu stark. Salva kam zwar gut ins Match und nahm Daniel bei 2-2 dessen Aufschlag ab. Nach 4-2 Führung brach er allerdings etwas ein und gewann in diesem Satz kein weiteres Spiel mehr. Der zweite Satz war herzlich unspektakulär, alle Aufschlagspiele waren klare Angelegenheiten bis auf dieses eine bei 3-4, in dem Taro Daniel das entscheidende Break gelang. 4-6, 3-6. Eine kleine Restchance auf das Hauptfeld verbleibt dem Italiener noch. Mindestens ein Lucky Loser Spot ist durch die kurzfristige Absage von Borna Ćorić frei geworden. Dieser wird unter den 16 Finalisten der Qualifikation verlost.

Auslosung

Roberto Bautista Agut bestreitet sein Auftaktmatch gegen Stefano Travaglia. Wenn Roberto in der Form vom ATP Cup bleibt, sollte das ein dankbares Los sein. Travaglia ist ein solider Hartplatzspieler, verdankt seine Weltranglistenposition aber doch eher seinen Ergebnissen auf der Asche und ist mit Weltranglistenposition 86 nicht unbedingt als einer der stärksten ungesetzten Spieler einzuschätzen. In der zweiten Runde folgt mit Philipp Kohlschreiber oder Marco Cecchinato erneut ein Gegner, den Roberto normalerweise schlagen sollte. Ab der dritten Runde ginge es dann voraussichtlich gegen die anderen gesetzten Gegner, zunächst also gegen Taylor Fritz.

Danach folgen dann die wirklich namhaften Gegner wie Stefanos Tsitsipas in Runde 4 oder zum Beispiel Jannik Sinner in einem möglichen Viertelfinale. Bei aller Qualität von Tsitsipas muss man aber auch sagen, dass es unter den Top 4 derzeit und auf diesem Belag sicher das machbarste Los ist. Ein „Übergegner“ wartet in Daniil Medvedev vermutlich erst im Halbfinale, insofern bietet diese Auslosung für RBA durchaus die Chance sich nach der Auftaktniederlage im letzten Jahr hier um einige Punkte in der Weltrangliste zu verbessern.

Pablo Cuevas spielt in der ersten Runde gegen einen Qualifikanten, wen genau entscheidet sich noch. Bei einem Sieg winkt ein Duell mit Andy Murray, der sich allerdings zunächst gegen Nikoloz Basilashvili durchsetzen muss. Sollte Pablo hier erstmalig die dritte Runde erreichen müsste er wohl gegen Jannik Sinner antreten.

Für Carlos Taberner beginnen die Australian Open mit Dominik Köpfer. Köpfer rangiert mittlerweile auf Rang 54 der Weltrangliste und hat in seiner Collegezeit jede Menge Erfahrung auf Hard Courts gesammelt, er dürfte also als einer der stärksten ungesetzten Spieler im Feld gelten. In Runde 2 wartet auf den Sieger der Partie entweder Kevin Anderson oder Reilly Opelka, also in jedem Fall ein Aufschlagmonster.

Qualifikation Runde 2

Donnerstag: Tomáš Macháč  und Salvatore Caruso haben beide die Finalrunde des Qualifyings erreicht. Tomáš zeigte dabei eine sehr starke Leistung. Ein zu Null-Break im ersten Aufschlagspiel Yuki Bhambris war im Nachhinein ein Vorzeichen dafür, wo die Reise hingehen würde. Macháč gelang im Verlauf des Satzes noch ein weiteres Break während Bhambri zu keiner einzige Breakchance kam. Im zweiten Satz legte Tomáš erneut ein schnelles Break vor und schloss das Match dann mit einem weiteren zu Null-Break ab. 6-1, 6-3

Über den Einzug ins Halbfinale entscheidet nun das Match morgen gegen Jesper de Jong. Jesper ist ein junger Niederländer, den der ein oder andere von unserem Stadtrivalen kennen könnte. Für Tomáš ist er in jedem Fall kein Unbekannter, das letzte Match der beiden liegt erst eine Woche zurück. Im Halbfinale von Traralgon siegte der Tscheche klar in zwei Sätzen. De Jong hat 2021 allerdings nicht nur bei Blau-Weiß überzeugt, sondern auch auf der Challenger Tour sowohl im Einzel als auch im Doppel gute Ergebnisse gehabt. Und auch wenn der extrem laufstarke de Jong seine besten Ergebnisse bisher vornehmlich auf Asche erzielt hat und das letzte Ergebnis klar für Macháč spricht, sollte man hier keine leichte Aufgabe erwarten.

Salvatore gewann auf dem Papier ebenfalls glatt in zwei Sätzen, hatte mich Juan Pablo Ficovich aber ungleich mehr Mühe. Salva gelang zwar ein frühes Break, verlor dann aber sein Aufschlagspiel zum Satzgewinn glatt und hatte bei 5-5 erneut Schwierigkeiten, seinen Aufschlag durchzubringen. Nachdem dieses wichtige Spiel gewonnen war, folgte jedoch sogar das Break zum Satzgewinn, aber die Unsicherheit bei eigenem Aufschlag blieb vorerst bestehen, so dass Ficovich mit einem Break in den nächsten Satz startete. Danach wurden Salvas Aufschläge besser und der Italiener holte sich bei 3-4 auch das Rebreak, so dass der Satz in den Tiebreak ging. Den dominierte Caruso in der Anfangsphase und führte auch schon 6-1, brauchte dann aber doch alle fünf Matchbälle, um den letzten Punkt zu machen. 7-5, 7-6(5)

Im Finale der Qualifikation erwartet Salvatore der Japaner Taro Daniel, zumindest oberflächlich zwei Spieler mit einigen Ähnlichkeiten. So sind beide fast gleich alt, haben ähnliche Weltranglistenpositionen, fühlen sich auf Asche und auf Hartplätzen wohl und sind beide nicht dafür bekannt, ihre Gegner vom Platz zu schießen. Das könnte ein ausgeglichenes Match mit vielen für den schnellen Belag langen Ballwechseln werden.

Mittwoch: Die zweite Qualifikationsrunde war für Quentin Halys und Vít Kopřiva leider auch die Endstation ihrer Australienreise. Für Vít war Enzo Couacaud der erwartet schwere Gegner. Ihm gelang es im ganzen Match kein einziges Mal, seinem Gegner den Aufschlag abzunehmen. 3-6, 3-6

Quentin auf der anderen Seite kam eigentlich gut ins Match und führte ein schnelles Break zum ersten Satzgewinn. Der zweite Satz Ging zwar an Giannessi, aber im dritten lag Quentin wieder schnell ein Break vor. Dem Italiener gelang jedoch das Rebreak und auch im Champions Tiebreak ließ er sich von Quentins Führung nicht einschüchtern. 9-7 stand es für den Franzosen, aber Alessandro machte fünf der nächsten sechs Punkte, dabei drei Matchbälle abwehrend, um schließlich seinen ersten eigenen direkt zu verwandeln. Schade! 6-3, 3-6, 6-7(10)

Qualifikation Runde 1

Die erste Qualifikationsrunde verlief für die Profis des Lambertz-Teams weitestgehend erfolgreich. Einzig Mathias Bourgue musste sich dem Australier Rinky Hijikata geschlagen geben, der dank einer Wild Card in der Qualifikation starten durfte.

Tomáš Macháč brauchte gegen Camilo Ugo Carabelli eine Weile, um ins Match zu finden, im Gegensatz zum letzten Quali-Auftritt bei den US Open, stemmte sich der Tscheche diesmal erfolgreich gegen die Niederlage in der Auftaktrunde und gewann zum Ende hin zunehmen souverän 2-6, 6-3, 6-1. Ebenfalls ein wenig Anlaufzeit brauchte Tomáš’s Landsmann Vít Kopřiva. Vít verlor im durchgängig knappen Match gegen Franco Agamenone den ersten Satz, gewann den zweite im Tiebreak und brachte im Dritten schließlich ein frühes Break ins Ziel. 4-6, 7-6(3), 6-3

Und auch Salvatore Caruso musste zunächst einem Satzrückstand hinterherlaufen, gewann den Zweiten dann jedoch klar. Im dritten Satz gab es nur ein frühes Break Carusos und das direkte Re-Break von Blaž Rola, so dass der Champions Tiebreak entscheiden musste, in dem Salva durchgängig leicht überlegen war. 3-6, 6-1, 7-6(5) Vermeintlich leichtes Spiel hatte an diesem Tag nur Quentin Halys, der gegen Harald Mayot zwar auch ein schnelles Break hinnehmen musste und dann bei 1-3 sogar noch einmal wackelte, danach aber einen Gang hochschaltete und am Ende klar 6-4, 6-1 gewann.

Für Vít und Quentin geht es bereits heute Nacht weiter. Vít hat mit dem Franzosen Enzo Couacaud, der uns letzte Saison in Köln schon das Leben schwer gemacht hat, kein Leichtes Los. Quentin geht gegen Alessandro Giannessi, stark sandplatzaffin, sicher als Favorit ins Match.

Noch nicht terminiert sind die Matches von Salvatore und Tomáš. Macháč wird gegen Yuki Bhambri spielen, einen Spieler, der eine Weile verletzt war, es 2018 aber schon bis in die Top 100 geschafft hatte. Salvatore wird gegen Juan Pablo Ficovich antreten, der das Duell zweier Sandplatzspezialisten gegen Felipe Meligeni Alves gewann. Salva dürfte hier also ein vergleichsweise dankbares Los haben.

Vorbericht

Nach einer kurzen Winterpause beginnt das neue Jahr für Tennisfans wie üblich mit den Australian Open. Schon zwei Wochen vorher, also von der ersten Woche des Jahres an, starteten die ersten Vorbereitungsturniere und die Kurhaus-Profis scheinen gut in Form zu sein. Wir werfen einen ersten Blick darauf, was die Spieler vom Lambertz-Team erwartet: Wer steht im Hauptfeld? Wer muss (oder darf) in die Qualifikation? Und wer hat sich gegen eine Reise nach Australian entschieden?

Im Hauptfeld

Roberto Baustista AgutRoberto Bautista Agut ist stark in die neue Saison gestartet. Beim ATP Cup in Sydney führte Roberto das spanische Team mit vier Siegen bis ins Finale. Auf dem Weg bezwang Robert hochklassige Gegner wie Casper Ruud und Hubert Hurkacz. Im Finale war Kanada dann allerdings zu stark. Roberto unterlag Felix Auger-Aliassime und Pablo Carreño Busta verlor gegen Denis Shapovalov. Bei den Australian Open ist Roberto als einziger Kurhaus-Spieler gesetzt, derzeit an Nummer 15. Theoretisch kann RBA noch ein wenig aufrücken (Novak Djokovic…), aber letztlich spielt das keine Rolle, da die an Nummer 9-16 gesetzten Spieler den Brackets der an 1-8 Gesetzten frei zugelost werden. Fest steht, Roberto gelang 2019 in Melbourne das erste Mal der Einzug ins Viertelfinale bei einem der großen Turniere, die Australian Open scheinen ihm also zu liegen, auch wenn der Spanier hier letztes Jahr sehr überraschend in Runde 1 an Radu Albot scheiterte.

Pablo Cuevas und Carlos Taberner haben beide keine Vorbereitungsturniere gespielt und gehen als ungesetzte Spieler ins Major. Carlos steht damit zum ersten Mal überhaupt im Hauptfeld der Australian Open. Für Pablo ist das australische Major natürlich nichts Neues. Sein bestes Ergebnis hier ist bis dato das Erreichen der zweiten Runde, das auch letztes Jahr gelang.

In der Qualifikation

Unser höchstplatzierter Spieler in der Quali ist Tomáš Macháč an Position 20. Tomáš geht mit starkem Rückenwind in die Qualifikation, nämlich einem Turniersieg beim großen Challenger in Traralgon, wo er wieder einmal zeigen konnte wie stark er insbesondere auf Hartplätzen ist. Die Auftakthürde in der Qualifikation sollte vergleichsweise eher in die Kategorie Formsache fallen. Camilo Ugo Carabelli gilt als reiner Sandplatzspieler. Der andere gesetzte Spieler in Macháčs Turnierast ist der Franzose Gilles Simon, der auf Hartplätzen ähnlich stark einzuschätzen ist wie Tomáš.

Quentin Halys geht an Position 26 gesetzt in die Qualifikation. Halys entschied sich wie Salvatore Caruso und Vít Kopřiva für den Bendigo Challenger –wie auch Traralgon ein Vorort von Melbourne– als Vorbereitungsturnier. Quentin gelangen dort zunächst zwei Siege, unter anderem gegen seinen Teamkollegen Mathias Bourgue. Dann unterlag er seinem Landsmann Enzo Couacaud im Viertelfinale. In der Qualifikation hat Quentin ein interessantes Bracket. Zunächst muss er gegen Harald Mayot antreten. Der 19-jährige Franzose ist noch ein recht unbeschriebenes Blatt, gilt aber als großes Talent insbesondere auf schnellen Belägen und nahm Macháč beim Traralgon Challenger auch als einziger Spieler einen Satz ab bevor er verletzt aufgeben musste. Der andere gesetzte Spieler ist hier Yannick Hanfmann, ein alter Bekannter im Lambertz-Team, der sich nach einigen Rückschlägen wieder in Richtung Top 100 kämpft.

Salvatore Caruso ist nach seiner grandiosen 2020er-Saison im Jahr 2021 ein wenig in der Weltrangliste zurückgefallen und muss so wieder in die Qualifikation. Durch sein Erreichen der zweiten Runde im letzten Jahr hat er hier sogar noch ein paar Punkte zu verteidigen. Aber nach dem harten letzten Jahr ist Salvatore zumindest gut in die neue Saison gekommen. Beim Bendigo Challenger kam der Italiener bis ins Halbfinale, wo er dem späteren Turniersieger Ernesto Escobedo unterlag. Salvas Qualifikationsgruppe macht einen sehr offenen Eindruck. Nur Ramkumar Ramanathan scheint hier eine ausgeprägte Liebe für Hard Courts zu haben, der Inder ist dem Ranking nach jedoch einer der schwächeren Spieler der Gruppe. Für Salvatore beginnen die Australian Open gegen den Slowenen Blaž Rola. Der andere gesetzte Spieler in der Gruppe ist der Japaner Taro Daniel.

Vít Kopřiva hat beim Bendigo Challenger ebenfalls eine starke Leistung abgeliefert. Im Viertelfinale unterlag aber auch er Ernesto Escobedo. Hängen bleiben dürfte vor allem der souveräne Sieg gegen den an 2 gesetzten Cem İlkel, der auch in Víts Qualifikationsgruppe einer der gesetzten Spieler ist. Zunächst muss der Tscheche allerdings gegen Franco Agamenone bestehen. Der Italiener scheint Hard Courts jedoch mit aller Kraft zu meiden und hat mit seinen 28 Jahren in Bendigo überhaupt das erste Mal einen Hard Court auf Challenger-Niveau betreten. Da ging es allerdings direkt bis ins Halbfinale. Der Bendigo-Finalist Enzo Couacoud ist ebenfalls in Víts Gruppe wie auch die gesetzten Nikola Milojević und der schon erwähnte Cem İlkel. Dazu kommen weitere spielstarke Gegner, Vít hat hier also ganz sicher keine leichte Gruppe erwischt.

Bleibt noch Mathias Bourgue. Der Franzose muss sich in einer Gruppe beweisen, die aus vier Sandplatzspezialisten –Francisco Cerúndolo und Damir Džumhur darunter– und zwei australischen Wild Card Inhabern besteht. Schließlich ist noch Lukáš Lacko in dieser Gruppe, neben Bourgue der einzige Spieler hier, der auf diesem Niveau mit Hartplätzen gut zurecht kommt.

Abwesend

Nicht angereist zu den Australian Open sind Hugo Dellien, Antoine Hoang und Cedrik-Marcel Stebe. Stebe ist derweil beim Forlì Challenger bis ins Halbfinale vorgestoßen. Dellien und Hoang haben gar nicht gespielt, aber Hoang wird wie auch Cedrik-Marcel Stebe nächste Woche den zweiten Forlì Challenger spielen.

Doppel

Über die Doppel ist offiziell noch nichts bekannt, aber man darf wohl davon ausgehen, dass Tim Pütz wieder mit Michael Venus ins Turnier gehen wird. Die beiden sind in Australien und spielen diese Woche zusammen das Vorbereitungsturnier in Sydney. Dabei dürfte es zu einigen spannenden Begegnungen kommen. An vier gesetzt haben die beiden in der ersten Runde ein Freilos. In ihrer ersten Runde könnte es gegen Andreas Seppi und Daniel Altmaier gehen, beides bekannte Gesichter aus der Bundesliga. Im darauf folgenden Viertelfinale ginge es möglicherweise gegen Jamie Murray/Bruno Soares und damit die ersten Hochkaräter. Und das Halbfinale verspricht entweder das kroatische Nummer 1 Doppel Mektić/Pavić oder die nach längerer Zeit wiedervereinigten Krammies. Fest steht das Turnier ist für ein 250er herausragend gut besetzt und wird schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Doppelkonkurrenz der Australian Open geben.