Das Lambertz-Team fuhr am Freitag nach Düsseldorf, mit dem Ziel, den ersten Sieg der Saison zu holen. Beim Rochusclub erwartete die Aachener jedoch eine Überraschung. Düsseldorf war beim ersten und zweiten Spiel in jeweils ähnlicher Besetzung angetreten, hatte sich für das Duell mit Kurhaus jedoch mit Jaume Munar verstärkt.

Die Einzel

Bei den ersten Begegnungen des Tages trafen Nils Langer auf Henri Squire und Carlos Taberner auf Teymuraz Gabashvili. Langers Aufgabe bestand zunächst darin, Squires 200+ Stundenkilometer-Aufschläge zu entschärfen. Trotz der auf dem brettharten Außenplatz nochmal mehr zu Trage kommenden Geschwindigkeit rückte Nils nah an die Grundlinie und returnierte von dort aus immer wieder gut. Mehr Probleme hatte er bei eigenem Aufschlag. Der erste war nicht so zuverlässig wie noch am letzten Wochenende und das schlug auch auf den zweiten durch, so dass am Ende mit sechs Doppelfehlern eine zu hohe Fehlerquote stand. In der Folge sahen die zunächst sehr spärlichen Zuschauer mehr Breaks als gewonnene Aufschlagspiele.

In den Rallyes zeigte Nils hingegen immer wieder wie es gehen könnte, spielte Squire in einen Rhythmus und brach diesen dann mit einem Stop oder einem Ball in die andere Richtung. Dem langen Squire fehlte in diesen Situation etwas der Antritt, um entsprechend zu reagieren. Am Ende zahlte sich jedoch für Squire aus, dass er mit seinem Aufschlag zwar keine Gratispunkte machte, sich aber auf diesen verlassen konnte und in der Folge deutlich mehr Punkte bei eigenem Aufschlag gewann. 4-6, 2-6

Währenddessen leisteten sich Taberner und Gabashvili auf dem Center Court einen Kampf um jeden Punkt. Schon das erste Aufschlagspiel schien nicht enden zu wollen und ging immer wieder über Einstand. Obwohl jedes Spiel umkämpft war gewann Carlos den Satz mit 6-2 deutlich. Geheimrezept? Alle Breakpoints, die man bekommt, auch gewinnen. Tennis kann so einfach sein…

Weniger einfach war der zweite Satz, der genauso spannend wie der erste war, aber diesmal mit dem gleichen Ergebnis an den Georgier ging. Das Duell schien sich im Champions Tiebreak auf Augenhöhe fortzusetzen bis Carlos nach dem 2-3 alles gelang und den ersten Sieg für die Aachener nach acht Punkten in Serie einfuhr. 6-2, 2-6, 10-3

In der zweiten Partie auf dem Nebenplatz bestritt Benjamin Hassan seine erste Partie für das Lambertz-Team. Hassan tat sich im ersten Satz schwer mit dem Doppelspezialisten Matwe Middelkoop. Im zweiten gab der Niederländer weiterhin den Ton an, aber der Koblenzer wehrte sich nach Kräften, hielt bis 3-3 mit, gewann dann aber keins der letzten drei Spiele mehr. 2-6, 3-6

Im zeitgleich stattfindenden Top Duell des Tages fand Salvatore Caruso kein Mittel gegen Jaume Munar. Der Spanier brachte alles zurück und nötigte Salvatore, seine Schläge mit mehr Risiko zu schlagen, aber auch das half nichts. Nach dem dominanten ersten Satz wurden die Spiele im zweiten ausgeglichener, Salvatore versuchte mehr zu variieren, um Munar aus der Komfortzone zu holen, spielte Stops und streute auch mal ein Serve and Volley ein. Munar entschied dennoch die meisten der nun umkämpfteren Spiele dennoch für sich und gewann das Match klar. 2-6, 1-6

Die Doppel

Vor den Doppeln standen die Kurhäuser also schon mit dem Rücken zur Wand. Das Team entschied sich, Salvatore Caruso und den kurzfristig aus Båstad eingflogenen Martin Cuevas als erstes Doppel ins Rennen zu schicken. Carlos Taberner und Benjamin Hassan spielten das zweite Doppel. Zum Leid der Kurhäuser zeigten sich Middelkoop und Squire als äußerst harmonisches Doppel. Hassan und Taberner spielten selbst auf sehr hohem Niveau und hielten beide Sätze lange offen, mussten sich starken Düsseldorfern am Ende aber geschlagen geben, womit auch der Sieg an diesem Spieltag für den Rochusclub bereits fest stand.3-6, 4-6

Die spannendste Partie des Tages bildete den Abschluss. Caruso/Cuevas kamen zunächst weniger gut als ihre Gegner ins Spiel, insbesondere weil der zum Risiko neigende Gabashvili wenig Fehler machte und es den Düsseldorfern besser gelang die zweiten Aufschläge ihrer Gegner anzugreifen. Den zweiten, bis zuletzt immer offenen Satz gewannen die Aachener und auch im Champions Tiebreak ging es bis 6-6 hin und her.

Direkt nach dem Seitenwechsel schlug Gabashvili ein Ass, das den Zuschauern sicher als eins der kuriosesten der Bundesliga-Geschichte in Erinnerung bleiben wird. Der Georgier platzierte seinen Aufschlag zentral, an sich eher ungefährlich, aber der Ball sprang nach dem Aufprall im T-Feld fast senkrecht nach oben ab und wurde dann vom Drall über die verdutzten Aachener hinweggetragen. Sehenswert und doch nicht das, was das Lambertz-Team an dieser Stelle sehen mochte. Die letzten Punkte des Tages gingen danach ebenfalls an die Düsseldorfer, die damit ihren ersten Saisonsieg zum 5-1 vergoldeten. 3-6, 6-4, 6-10

Ausblick

Das Lambertz-Team rangiert nun an Position 7 in der Tabelle, Teil einer Gruppe von fünf Mannschaften mit je 2 Punkten. Zum dritten Heimspiel der Saison empfangen wir am Sonntag den deutschen Meister Mannheim, der am Freitag gegen Rosenheim ebenfalls seine erste Saisonniederlage einsteckte. Bitte beachten Sie dazu auch unsere Zuschauerinformation (3G!). Die Einnahmen aus dem Spiel spenden wir dem Deutschen Roten Kreuz und der DLRG zur Unterstützung der Hochwasserbetroffenen.